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Gute Arbeit ist keine Hexerei

Wenn man an den Harz denkt, fallen einem der Brocken, Hexentänze in der Walpurgisnacht, Skipisten im Winter und viele herrliche Wandertouren zu allen Jahreszeiten ein. Dass besonders der Ostharz - vor allem architektonisch - einiges mehr zu bieten hat, weiß Marco Thieme, der sich erfolgreich als Makler im Landkreis Harz etabliert hat, genau. Wir treffen uns in Quedlinburg, dessen historische Bausubstanz seit 1994 zum Weltkulturerbe gehört.

Guten Tag, Herr Thieme, was für einen wunderbaren Blick man von hier oben hat! Guten Tag. Ja, hier vom Quedlinburger Schlossgarten aus kann man die Stadt besonders gut überblicken. Ich mag diese Aussicht ganz besonders und bin oft hier, wenn der Terminkalender es erlaubt. Mir gefällt es einfach, diese schöne alte Stadt von oben zu betrachten. Das ist für mich Entspannung pur. Außerdem kann ich hier in Ruhe über meine Arbeit nachdenken und die nächsten Schritte planen. Ich behalte gern den Überblick – im unmittelbaren und im übertragenen Sinne.

Also ist für Sie Architektur immer ein Thema? In der Freizeit ebenso wie im Beruf? Das ist tatsächlich so bei mir. Architektur, Häuser, Bauweisen, Handwerkstechniken und alles, was sonst noch mit Immobilien zu tun hat, interessieren mich von Kindesbeinen an und lassen mich einfach nicht los. Im Grunde unterscheide ich gar nicht so streng zwischen Beruf und Freizeit.

Woher kommt diese besondere Nähe zur Architektur? Liegt das hier an historischer Stätte in der Luft? Gut möglich! (lacht) Bei mir kommen dann womöglich noch die Gene dazu. Irgendwie begleitet mich das Thema Immobilien und Häuser von klein auf.

Wie das? Sind Ihre Eltern in derselben Branche? Nein, nein. Aber immerhin besitzen sie ein Haus in sehr schöner Lage. Mein Vater ist so eine Art Naturtalent, wenn es um handwerkliche Fähigkeiten geht. Wo es geht, macht er alles selbst. Deshalb versteht er eine Menge vom Bauen, von Bausubstanz und deren Erhaltung. Von ihm habe ich mir viel abgeguckt. Meine Familie teilt meine Leidenschaft für Immobilien.

Hätten Sie auch Bauunternehmer werden können? Oder könnten Sie selbst ein Haus bauen? Probiert habe ich das noch nicht. Aber einen Nagel kann ich wohl einschlagen, ohne meinen Daumen zu treffen. Im Grunde interessieren mich fertige Häuser aber mehr. Da gibt es nichts, was ich nicht wissen möchte.

Dann haben Sie bestimmt von Anfang an beruflich mit Immobilien zu tun gehabt, oder? Seltsamerweise nicht. Fest stand für mich zunächst nur, dass ich beruflich etwas mit Werten machen wollte. Solidität, Sicherheit, Werte bewahren – das hat für mich einen ganz hohen Stellenwert. Deshalb bin ich Versicherungskaufmann geworden, um eine solide kaufmännische Basis für meine Arbeit zu haben. Ich habe selbstständig für ein großes Versicherungsunternehmen und als Mitarbeiter der Immobilienabteilung einer großen Bank gearbeitet. Später habe ich berufsbegleitend bei der IHK meine Vorbereitung auf den Immobilienfachwirt absolviert. Für einen Bauträger habe ich eine Vermittlung gebrauchter Immobilien aufgebaut. Als ich das Gefühl hatte, dass mein Rüstzeug komplett ist, habe ich mich im April 2007 als Immobilienmakler selbstständig gemacht. Auf Wunsch vermittele ich meinen Kunden nicht nur Immobilien, sondern auch die passenden Finanzierungen und Versicherungen. Full Service aus einer Hand von der Beratung bis zum Abschluss.

Was Sie machen, machen Sie gründlich! Sicherlich kein schlechter Zug für einen Makler. Mein Beruf und ich passen wirklich gut zusammen. Was für andere vielleicht Anstrengung bedeutet, macht mir Spaß. Ich beschäftige mich eigentlich immer mit dem Markt, in dem ich selbst tätig bin. Dabei muss es sich gar nicht mal um Objekte handeln, die ich selbst betreue, oder die überhaupt zum Verkauf stehen. Ich kenne hier alle Häuser, Lagen und Preise. Und ich weiß, wo ich Interessenten finde und wie ich sie anspreche. Mir ist es wichtig, individuell auf die Wünsche meiner Auftraggeber einzugehen. Ich werde oft von Senioren beauftragt, ihr Eigentum zu verkaufen, das sie lange besessen haben. Da reicht es nach meiner Auffassung nicht, einen guten Preis zu erzielen. Einfühlsamkeit gehört auch dazu. Schließlich steckt da eine lange Geschichte hinter.

Was für Ihre Kunden von Vorteil ist. Wer sind denn Ihre Auftraggeber? Sind alle vor Ort ansässig?
Ganz und gar nicht. Ich habe mich auf die Vermittlung von Häusern und Ferienimmobilien spezialisiert. Bei Ferienwohnungen und Ferienhäusern ist es häufig so, dass die Eigentümer nicht im Ostharz wohnen, sondern nur im Urlaub hierher kommen. Zu meinen Kunden gehören deshalb Deutsche ebenso wie Ausländer. Interessenten aus den Niederlanden, der Schweiz und sogar aus Kanada haben sich dank meiner Vermittlung vor Ort Häuser angeschaut und erworben.

Ich hätte nicht erwartet, dass der Ostharz ein international nachgefragter Immobilienmarkt ist! Wie machen Sie das? Das Internet ist dabei besonders wichtig. Über eine interaktive Eigentümer-Show kann sich jeder Besitzer, der verkaufen will, ein Bild von meinen Leistungen und meinem Unternehmen machen. Ich biete zum Beispiel Videos mit guten Tipps für Privatverkäufer an. Wer an einem Objekt besonders interessiert ist, bekommt von mir ein zehn bis zwölf Seiten starkes, aufwändig gemachtes Buch-Exposé mit umfassenden Informationen. Außerdem biete ich natürlich auch die klassische Werbung mit Flyern und in den Zeitungen der Region. Es hängt davon ab, was vermittelt werden soll.

Ihr Konzept geht auf, denn der Erfolg gibt Ihnen offenkundig recht! Und nun vertraue ich Ihnen mein Eis zum Halten an, damit ich ein Foto von diesem herrlichen Schlosspark machen kann.

Das Interview führte Dr. Birgit Affeldt im Auftrag von DAS WEISSE BUERO. Die promovierte Philologin arbeitet als freie Texterin in Nordrhein-Westfalen.

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