
Stolberg - Mutter der Freiheit
Die Geschichte einer Stadt verbirgt manchmal deren größte Schätze. Ein gutes Beispiel dafür ist Juliana von Stolberg, 1506 in der kleinen mittelalterlichen Stadt Stolberg im Südharz geboren. Sie war Mutter von 16 Kindern, unter anderem von Wilhelm den I., der die Niederlande im achtzigjährigen Befreiungskrieg gegen die Spanier anführte – weshalb neben einer Statue auf dem Marktplatz in Stollberg auch ein Denkmal in Den Haag an Juliana von Stolberg erinnert.
Als Heimat der symbolischen Mutter der Freiheit darf sich Stolberg auch als Station der Oranienroute bezeichnen, die alle mit dem Haus Oranien-Nassau verbundenen Orte in einer 2.500 km langen Reiseroute vereint.
Vielleicht auch dank dieser geschichtlichen Besonderheit hat sich Stolberg den Titel „Historische Europastadt“ verdient. Dabei lässt sich die Perle des Südharz auch ob ihrer wunderschön natürlichen Lage bewundern. Dieser verdankt Stolberg auch die Anerkennung als seit 2002 staatlicher Luftkurort. Das Stadtbild der knapp 1400 Einwohner zählenden Gemeinde ist stark mittelalterlich geprägt, der Markplatz zum Beispiel ist ein Musterbeispiel der Harzer Fachwerkkunst. Damit dieser idyllische Eindruck auch weiterhin historisch ungetrübt bleibt, gibt es bis auf Hinweisschilder außerhalb der Stadtmauern in ganz Stolberg keine Straßenschilder. Ein weiteres Kuriosum: Das 1454 erbaute Rathaus wurde ohne Treppenhaus gebaut und ist nur über eine Außentreppe erreichbar.
Über all dem ragt ganz besonders das bereits teilsanierte historische Stadtschloss hervor, von 1210 bis 1945 war es Sitz des Grafengeschlechts Stolberg. Ebenso erhaben wirkt der 579 m hohe Auerberg mit dem Josephskreuz, dem größten eisernen Doppelkreuz der Welt, ein beliebtes Ausflugsziel für Wanderer. Die kulinarischen Spezialitäten sind für die Größe der Stadt außergewöhnlich vielfältig, neben den zahlreichen Cafes und Gaststätten ragen dabei vor allem die weit über den Harz hinaus bekannten Kekse der seit 1891 ansässigen Bäckerei Friwi und die herzhaften Stolberger Lerchen im Gasthaus Kupfer heraus.
Dazu gibt’s jede Menge zu feiern, angefangen im Januar mit der Anprägung der Jahresmedaille in der Alten Münze, eine einmalig und komplett erhalten Münzwerkstatt aus dem 18. Jahrhundert, über mehrere Feste am Josephskreuz, den Schlossfestspielen und dem Europastadtfest bis zum Weihnachtsmarkt im Dezember. Vom vielen Feiern kann man sich zwischendurch wunderbar im Freizeitbad Thyra erholen, in dem sich mit einer Sauna, Rutschen und verschiedenen Becken wirklich jeder auf unterschiedliche Weise erholen und entspannen kann. Tagsüber sind die Kinder im örtlichen Kindergarten und danach in der Grundschule bestens aufgehoben.
Verkehr
Stolberg ist mit dem Auto und der Bahn bestens erreichbar, über eine Schnellstraße erreicht man in einer Viertelstunde die A 38 im Süden. Die Bahnstrecke Berga-Kelbra–Stolberg bietet gute Umsteigemöglichkeiten auf die IC Strecke Halle–Kassel.
Ausflüge
Mittelalter pur: Wer in einer Postkutsche durch Stolberg reist, erlebt die Stadt vielleicht am gemütlichsten und ganz sicher sehr authentisch. Zu Mieten gibt’s das einmalige Gefährt ab fünf Personen und ab 62 Euro über die Alte Posthalterei, Info: www.posthalterei-stolberg.de
Wohl bekomm’s: Das Kaffeemaschinen-Museum im Hotel Beutel in der Rittergasse 77 präsentiert 250 Kaffeemaschinen aus fast zwei Jahrhunderten – die älteste ist von 1815. Info: www.cafe-maschinen-museum.de
Faszinierende Höhlenluft: Die Heimkehle ist unter den 200 Höhlen des Südharzes die einzige Schauhöhle und beeindruckt mit glasklaren Höhlenseen und einer Lasershow. Info: www.hoehle-heimkehle.de
Weitere Harz-Infos finden Sie auf der Seite des Harzer Verkehrsverbands.

