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Der Brocken dampft

Fast 300 Millionen Jahre alt, 1142 Meter hoch, und im Jahres-Durchschnitt 2,9 Grad kalt Der Brocken ist ein deutschlandweites Naturdenkmal, das im Norden Deutschland mit seinem extremen Klima nicht nur meteorologisch und geologisch beeindruckt, sondern auch in historischer Hinsicht schon einiges erlebt hat. Als sagenumwobener Bert zieht er seit mehreren Jahrhunderten Touristen, Militärs, Dichter, Wanderer und Naturfans an.


Der Nordhäuser Arzt Johannes Thal war der erste, der den Brocken nachweislich besteigen konnte und seitdem ging es mit der menschlichen Besitznahme fast im Jahrhundertakt weiter: 1736 bot das „Wolkenhäuschen“ als erstes Gebäude Wanderern Schutz, 1800 entstand das erste Gasthaus, 1850 das erste Hotel und 1899 schließlich wurde die Schmalspur-Bahnlinie eröffnet, die noch heute zahlreiche Besucher auf den Berg führt. 1936 wurde hier der erste Fernsehturm der Welt auf einem Berg gebaut, seit 1937 liegt der Brocken in einem Naturschutzgebiet, ab 1961 wurde er aufgrund der Nähe zur innerdeutschen Grenze als Militärgebiet für die Öffentlichkeit gesperrt. Danach galt der Gipfel mit zwei Abhöranlagen als der westlichste Außenposten der ehemaligen Sowjetunion – mittlerweile ist das Gelände aber völlig renaturiert und wieder ein beliebtes Touristenziel.

Natürlich ranken sich um einen Berg wie diesen zahlreiche Legenden und Sagen. Bereits um 1300 sollen sich auf dem Brocken (auch Blocksberg genannt) Hexen getroffen haben und dieses Gerücht hält sich vor allem während der Zeit des Mittelalters bis ins 17. Jahrhundert hinein. Ob Geister hier anwesend waren, lässt sich wissenschaftlich wohl kaum nachweisen – rein logisch gedacht erscheint es eher unwahrscheinlich, dass sich auf einem Berg, an dem im Schnitt 171 Tage im Jahr Frost und Temperaturen bis zu -28 Grad herrschen und der an durchschnittlich 306 Tagen im Jahr in Nebel gehüllt ist, regelmäßig Menschen treffen.

Wahr ist allerdings, dass sich dank der extremen Witterung im Norden äußerste seltene Pflanzen und Tiere auf dem Brocken zu finden sind, der Brocken mit Bode, Ecker, Ilse und Oder das Quellgebiet von gleich drei Flüssen ist und sein Granit fast 300 Millionen Jahre alt ist. Der Berg liegt auf dem Weg von zwei Läufen und ist das Ziel eines Ultra-Marathons über 84 km und er wurde allein von einem Mann mehr als 5.000 Mal bestiegen: Benno Schmidt – oder auch Brocken-Benno genannt – hat sich damit einen Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde gesichert. Zur Besteigung gibt es zahlreiche Alternativen, am besten informiert das Web. Die Ursprünglichkeit des Harzer Urwalds lässt sich am besten über den ca. 200 Meter langen Urwaldstieg erkunden. Für weniger Wanderlustige gibt es auch heute noch die Schmalspurbahn, die in Wernigerode startet.

Verkehr
Auf den Brocken führt die Harzer Schmalspurbahn, Autos sind nicht erlaubt. Am besten auf der Drei Ahnen Hohe parken und dort in die Harzquerbahn einsteigen (Fahrzeit ca. 50 Minuten). Eine Abfahrt ist aber auch aus Wernigerode möglich. Weitere Parkplätze: An der B4 bei Torfhaus bzw. Oderbrück oder in Schierke. Am schönsten aber ist es zu Fuß!

Ausflüge
Der Brocken rockt: Im Oktober und im November 2009 wird im höchsten Theatersaal Deutschlands auf dem Brocken Goethes Faust in einer Mischung aus klassischem Theater und moderner Rockmusik inszeniert. Tickets und Infos gibt’s unter www.hsb-wr.de

Der Brocken blüht: Mit der Brockenanemone und Brockenhabichtskraut lassen sich im Brockengarten gleich zwei nur hier existierende Pflanzenarten bewundern – und dazu ca. 1600 weitere Pflanzenarten. Mehr über das Paradies für botanische Freunde finden Sie hier .

Der Brocken dampft: Besonders beliebt und schon früh ausgebucht sind die jährlichen Dampflokfahrten der Harzer Schmalspurbahn. Abfahrtszeiten, Infos und aktuelle Preise: www.hsb-wr.de

Weitere Harz-Infos finden Sie auf der Seite des Harzer Verkehrsverbands.

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